Die Montage in Vitznau am Rigi-Fels
Montage der ersten Fahne
Die Montage der Rekordfahne wurde zum ersten mal im
Jahr 2000 ausgeführt. Diese Fahne bestand aus Blachengewebe (25x25m).
Die Wetterverhältnisse waren nicht gerade günstig. Hinzu kam
die Beschaffenheit des Felsen die uns bei dieser Fahne vor grosse Schwierigkeiten
stellte. Das Gestein am Steigelfadbalm-Dossen besteht ausschliesslich aus
Rigi-Nagelfluh. Diese Gestein besteht aus Geschiebe das während der
Eiszeit unter grossem Druck zusammen gepresst wurde. Dieses Gestein ist
sehr brüchig.
Die Fahne musste mit Aluprofilen zusammengefügt werden und dies war an
der teilweise überhängenden Felswand nicht so einfach. Im weiteren
fielen Gesteinsbrocken schon während der Montage auf das Blachengewebe
und schwächte dieses. Das Material selber war zu wenig eigentragfähig
und die Temperaturschwankungen setzten der Fahne zu.
Die Fahne wurde durch die enormen Kräfte, wie sie auf ein "Segel" dieser
Grösse wirken, zerstört.
Analyse
Nach einer umfangreichen Analyse der zerstörten Fahne wurde im Jahr 2001 ein neuer Versuch in Angriff genommen. Röbi Küttel plante in Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma ein vollkommen neues Konzept. Das neue System wurde in Auftrag gegeben und im Jahr 2002 verfeinert. Dieses System kann als gelungen bezeichnet werden.
Das Tragsystem
Die Fahne mit den Jahrgängen 01/02 besteht aus luftdurchlässigem Gewebe. Sie ist um einiges leichter als die erste, bietet aber dennoch die nötige Stabilität. Das eigentliche Herzstück der Fahne ist ein Tragsystem aus 10mm Stahlseilen, ein Gerüst das die einzelnen Teile der Fahne trägt. Dieses Stahlseilgerüst umrundet die ganze Fahne und hat wagrecht und senkrecht Verbindungen.
Montage zum Zweiten
Im Juli 2001 wagten wir uns erneut an die Montage mit der nun "grössten Schweizerfahne" (30x30m), die aus einem ganz neuen Material bestand. In einem ersten Schritt wurde das Traggerüst montiert. Die Stahlseile, Konsolen und Bohranker wurden in der Wand befestigt. Gesamtlänge der Seile: 300m. Über 170 Bohranker mussten gesetzt werden. Danach folgte die Montage der eigentlichen Fahne. Drei Teile mit den Abmessungen 30x12m/30x6/30x12 wurden von oben über die Felskante an die einzelnen Stahlseile herunter gelassen und befestigt. Als Verbindung auf die Stahlseile wurden Kabelbinder der grössten Dimension und Reisskraft verwendet.
Montage zum Dritten
Am 20. Juli 2002 wurde die Fahne bereits zum dritten Mal montiert. Neu bestand die Fahne nun aus sechs Teilen. Aus diesem Grund musste das Traggerüst nochmals ausgebaut werden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Fahne, konnte diese an nur einem Tag montiert werden, was auf das durchdachte System und das traumhafte Wetter zurückzuführen ist.
Demontage
Jeweils Ende August wird die Fahne demontiert. Dies geschieht mit Hilfe einer Seilwinde. Die Fahnenstücke werden einzeln aus der Wand gezogen. Diese Arbeiten sind ebenso aufwändig wie die Montage. Besonders zu vermerken ist, dass bei jeder Demontage das Wetter und die Verhältnisse schlecht waren.
Gefahren
Die Arbeiten in der Wand werden mittels Abseilen von oben
gemeistert. Der Abseilvorgang als solches ist sicher und für die Bergsteiger
und Kletterer Routinearbeit. Hier konnte in Verbindung mit dem Stahlseilgerüst
eine Redundanz erreicht werden. Gefährlich ist der Steinschlag. Mit
dem richtigen Verhalten kann das Risiko verringert werden, während dem
die Fahnenteile herunterlassen werden. Diese Arbeiten werden auf eigenes
Risiko der einzelnen Bergsteiger verrichtet und verdienen grossen Respekt!
Alle Helfer sind Fronarbeiter!
18.10.2002, Dani Baggenstos, team@schweizerfahne.ch